[1] "Dem Herrn sagt Dank! Denn er ist gut.Auf ewig währet seine Huld."
[2] So singen die vom Herrn Erlösten,die er aus Feindes Hand befreit
[3] und aus den Ländern sammeltvon Morgen, Abend, Mitternacht und Süden. -
[4] Sie irren in der Steppenwüsteund finden keine Bahn zur Wohnstatt hin.
[5] Sie leiden Durst und Hunger,und ihre Seele sinkt darob in Ohnmacht.
[6] Sie schreien zu dem Herrn in ihrer Not;Er rettet sie aus ihren Ängsten
[7] und leitet sie auf rechtem Wege,die Wohnstatt zu erreichen.
[8] Sie sollen dankbar sein dem Herrn für seine Gnade,für seine Wunder an den Menschenkindern,
[9] daß er ihr Lechzen stilltund ihren Hunger mit dem Nötigen befriedigt! -
[10] In Finsternis und Todesschatten sitzen sie,gebannt in Elend und in Eisen;
[11] denn Gottes Worten widerspenstig,verschmähen sie des Höchsten Rat.
[12] Durch Mühsal beugt er ihren Sinn;sie werden machtlos; niemand hilft.
[13] Sie schrein zum Herrn in ihrer Not;er rettet sie aus ihren Ängsten.
[14] Aus Finsternis und Todesschatten führt er sie,und ihre Fesseln sprengt er auf.
[15] Sie sollen dankbar sein dem Herrn für seine Gnade,für seine Wunder an den Menschenkindern,
[16] daß er zertrümmert eherne Pfortenund Eisenriegel bricht! -
[17] Die Kranken leiden schwer ob ihres Sündenwandelsund wegen ihrer Missetaten,
[18] daß sie vor jeder Speise ekeltund sie des Todes Pforten schon berühren.
[19] Sie schreien zu dem Herrn in ihrer Not;er rettet sie aus ihren Ängsten.
[20] Er schickt sein Wort, macht sie gesundund rettet sie vor ihren Grüften.
[21] Sie sollen dankbar sein dem Herrn für seine Gnade,für seine Wunder an den Menschenkindern,
[22] ihm Dankesopfer bringen,jubelnd seine Taten künden! -
[23] Die auf der See in Schiffen fahrenund ihr Geschäft auf großen Wassern treiben,
[24] erblicken hier des Herren Werkeund seine Wunder mit der tiefen Flut.
[25] Ein Sturm erhebt sich auf sein Wort,und seine Wellen türmen sich.
[26] Sie steigen bis zum Himmel, fahren in die Tiefen.Ihr Leben ist gefährdet.
[27] Sie tanzen, schwanken wie Betrunkene.Dahin ist ihre ganze Kunst.
[28] Sie schrein zum Herrn in ihrer Not;er rettet sie aus ihren Ängsten.
[29] Er macht den Sturm zum Säuselwind;da legen sich des Meeres Wellen.
[30] Sie jubeln, daß sie stille liegenund er sie an ihr Endziel führt.
[31] Sie sollen dankbar sein dem Herrn für seine Gnade,für seine Wunder an den Menschenkindern
[32] und ihn vor allem Volk erhebenund ihn im Kreis der Alten loben! -
[33] Er macht zur Wüste Ströme,zu dürrem Lande Quellenorte,
[34] ein fruchtbar Land zum salzigen Grund,der Bosheit der Bewohner wegen.
[35] Er macht zum Wasserteich die Wüsteund dürres Land zum Quellenort;
[36] die Hungrigen läßt er hier wohnen;Sie bauen eine Wohnstatt dort,
[37] besäen Felder, pflanzen Weinberge,die lohnend Früchte tragen.
[38] Er segnet sie, daß sie sich riesig mehren,und läßt ihr Vieh sich nicht vermindern.
[39] Vermindern sie sich, werden sie gebeugtvon Druck und Elend und von Jammer,
[40] dann gießt auf Fürsten er Verachtung ausund führt sie in die unwegsame Öde.
[41] Doch aus dem Elend hebt er Arme aufund macht Geschlechter Herden gleich.
[42] Das sehen Redliche und freuen sich,und jeder Frevelmund verstummt. -
[43] Wer weise ist, beachtet dies,und Anerkennung finden so des Herren Gnadentaten.