[1] Ein Lied, von Asaph. - Gott, Gott der Herr, soll reden; rufe er die Erdevom Aufgang bis zum Niedergang!
[2] Von Sion her, der Schönheit Krone,erstrahle Gott!
[3] So komme wieder unser Gott und schweige nicht!Verzehrend Feuer schreite vor ihm her;gewaltig stürme es um ihn!
[4] Dem Himmel droben rufe erund dann der Erde mit den Worten:
[5] "Versammelt mir jetzt meine Frommen,die einen Bund mit mir geschlossen!",daß sie sein Volk der Opfer wegen richten.
[6] Der Himmel lege Zeugnis dafür ab:"Er ist im Recht; er ist ein Gott des Rechtes." (Sela.)
[7] Mein Volk, gib acht und laß mich reden,Israel! Dich ermahn ich ernstlich:"Gott, dein Gott, bin ich.
[8] Ich tadle dich nicht deiner Opfer wegen,und deine Brandopfer steht immer mir vor Augen.
[9] Doch brauche ich kein Rind aus deinem Hause,aus deinen Hürden keine Böcke.
[10] Denn mein ist alles Wild im Walde,auf Tausenden von Bergen das Getier.
[11] Ich kenne alle Vögel im Gebirge;mir steht zu Diensten das, was sich im Felde regt.
[12] Und sollte je ich hungern, dir sagt' ich es nicht;mein ist die Welt und was sie füllt.
[13] Will ich denn Fleisch von Stieren essen?Und trinke ich der Böcke Blut?
[14] Bring Dank dem Herrn zum Opfer darund löse so dem Höchsten dein Gelübde!
[15] Und ruf am Tag der Not mich an.Dann werde ich dich retten.Aber danken sollst du mir."
[16] Zum Frevler aber spreche Gott:"Was schwatzest du von meinen Satzungenund führst im Munde meinen Bund!
[17] Du hassest doch die Zucht,und meine Worte schlägst du in den Wind.
[18] Kaum siehst du einen Dieb,so läufst du schon mit ihm.Mit Ehebrechern gehst du um
[19] und lässest deinen Mund in Bosheit sich ergehen,und deine Zunge paarest du mit Trug.
[20] Da setzst du dich und redest gegen deinen Bruder,verleumdest deiner Mutter Sohn.
[21] Das tust du, und ich sollte schweigen?Du dächtest dann, ich sei wie du.Zur Rede stelle ich dich jetzt und zeige deutlich dir den Unterschied-
[22] Dies merkt, ihr Gottvergessenen!Sonst raffe ich euch rettungslos dahin.
[23] Wer Dank darbringt, der gibt mir Ehre.Wer gutes Beispiel gibt, den laß' ich göttlich Heil erblicken."