[2] "Ach, daß ich wäre wie in früheren Monden, wie in den Tagen, da mich Gott beschützte,
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[3] als seine Leuchte über meinem Haupte schwebte und ich bei ihrem Scheine mich ins Dunkel wagte!
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[4] So, wie ich war, in meiner höchsten Blüte Tagen, da Gott mein Zelt beschirmte,
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[5] als der Allmächtige noch mit mir war, als meine Dienerschaft mich noch umgab,
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[6] als meine Gäste sich in Dickmilch badeten, als Bäche Öls bei mir den Boten zur Verfügung standen!
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[7] Wenn ich zur Stadt hinauf zum Tore ging und auf dem Markte meinen Sitz einnahm,
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[8] alsdann verkrochen sich die Knaben, sahn sie mich, und Greise standen auf und blieben stehen.
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[9] Die Ratsherrn hielten ein mit Reden und legten auf den Mund die Hand.
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[10] Der Edlen Stimme, sie verbarg sich; das Wort blieb ihnen in der Kehle stecken.
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[11] Wer von mir hörte, pries mich selig; wer mich erblickte, lobte mich.
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[12] Ich half dem Armen, der um Hilfe schrie, dem Waisenkinde, dem hilflosen.
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[13] Und armer Menschen Segen kam auf mich; das Herz der Witwe ließ ich jubeln.
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[14] Gerechtigkeit war mein Gewand, das gut mir stand, und meine Rechtlichkeit war Mantel mir und Diadem.
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[15] Ich war des Blinden Augenlicht und Fuß dem Lahmen.
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[16] Den Armen wollte ich ein Vater sein; selbst Fremder Sache führte ich.
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[17] Des Bösewichts Gebiß zermalmte ich und riß den Raub ihm aus den Zähnen.
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[18] So dachte ich, in meinem Neste stürbe ich; ich lebte soviel Jahre wie der Phönix.
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[19] Zum Wasser reichte meine Wurzel tief hinab; in meinen Zweigen nächtigte der Tau,
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[20] und neu stets würde meine Herrlichkeit an mir; in meiner Hand verjüngte sich der Bogen.
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[21] Mir hörten sie nur zu und warteten und lauschten schweigend meinem Rat.
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[22] Wenn ich geredet, sprachen sie nicht mehr; nur meine Rede troff auf sie herab.
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[23] Sie warteten auf mich wie auf den Regen; sie lechzten nach mir wie auf Lenzesregen.
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[24] Und lächelte ich ihnen zu, so konnten sie's nicht glauben, und sie verschmähten nicht mein heitres Antlitz.
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[25] Ich wählte ihren Weg, den sie einschlagen sollten, wie bei der Kriegerschar der König. Ich saß gemächlich obenan wie einer, der den Trauernden Trost spendet." -