[2] "Ein wenig warte noch, daß ich dich unterweise! Denn noch spricht manches auch für Gott.
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[3] Ich muß nur meinen Vortrag weiter ausdehnen; doch werde ich mein Tun rechtfertigen.
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[4] Denn nimmer sollen meine Worte dich enttäuschen, die ich an dich, Rechthaber, richte.
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[5] Sieh, Gott ist fest und widerspricht sich nicht; er ist durchaus von festem Sinn.
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[6] Er schenkt dem Frevler nicht das Leben; dem Armen aber gibt er Recht.
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[7] Von Frommen zieht er nicht die Augen ab; sogar mit Königen läßt er auf dem Thron sie sitzen, in Pracht und Herrlichkeit, und werden sie dann stolz,
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[8] so legt man sie in Ketten, und sie werden so gefesselt in des Elends Stricken.
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[9] Dann hält er ihnen vor ihr Treiben, ihre Sünden, daß sie stolz geworden.
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[10] Und so tut er ihr Ohr der Warnung auf und heißt sie umkehren von Sünden.
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[11] Gehorchen sie in Unterwürfigkeit, dann fließen ihre Tage in Glückseligkeit, in Wonne ihre Jahre hin.
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[12] Doch wenn sie nicht gehorchen, rennen sie ins Dunkle und sie sterben in Verblendung.
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[13] Ruchlose Leute aber wecken Zorn und rufen nicht um Hilfe, wenn er sie fesselt.
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[14] Hin stirbt so in der Jugendfrische ihre Seele, ihr Leben in der Vollkraft.
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[15] In seinem Elend rettet er den Armen, dieweil er in der Not ihr Ohr eröffnet.
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[16] Er lockt auch dich aus der Bedrängnis Rachen. An ihre Stelle träte Freiheit, unbeengt, und deines Tisches Schüssel würde voll von Fett.
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[17] Bist du von frevelhaftem Urteil aber voll, dann trifft auch dich gerechtes Urteil.
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[18] Denn Zorn verführe dich nicht zu dem Übermaße, der Streit um Lösung soll dich nicht verleiten.
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[19] Wird's dein Geschrei in Ordnung bringen? Unnötig sind ja all die Kraftanstrengungen.
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[20] Nicht wünsche dir die Nacht herbei! An ihre Stelle treten Unruhen.
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[21] Nimm dich in acht und kehre nimmer dich dem Frevel zu! Du hast dazu mehr Lust als zu dem Leiden.
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[22] Sieh, Gott ist groß in seiner Macht. Wer ist ein Lehrer gleich wie er?
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[23] Wer stellt ihn über seinen Weg zur Rede? Wer sagt nur: 'Du hast schlecht gehandelt'?
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[24] Bedenk, daß du sein Tun des Irrtums zeihst, das andere in Lobliedern besingen!
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[25] Und alle Menschen haben ihre Lust daran; die Sterblichen betrachten es seit fernsten Zeiten.
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[26] Sieh, Gott ist alt, weit über unsere Begriffe, und unerforschlich seiner Jahre Zahl.
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[27] Er zählt die Wassertropfen ab, daß sie in seinen Nebel hin als Regen sickern,
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[28] den Wolken rieseln lassen, auf viele Menschen niederträufelnd.
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[29] Wer vollends hätte Einsicht in der Wolken Weite, in das Gedröhne seines Wohngezeltes,
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[30] wenn er darin sein Rollen weithin tönen läßt und dann des Meeres Quellen niederrinnen?
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[31] Denn damit gibt er Völkern Nahrung, stellt Speise her in großer Menge.
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[32] Er birgt den Blitzstrahl in den Händen, befiehlt ihm, wo er einzuschlagen hat.
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[33] Er zeigt ihm seinen Freund; den Frevler aber läßt er ihn durchbohren."