[2] "Ihr Weisen, höret meine Worte, und ihr Verständigen, leiht mir das Ohr!
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[3] Das Ohr prüft ja die Worte, gleichwie der Gaumen Essen kostet.
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[4] Das Rechte laßt uns wählen und unter uns erkunden: Was ist richtig?
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[5] Gesagt hat Job: 'Ich bin schuldlos, und Gott hat mir mein Recht entzogen.
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[6] Ich werde um mein Recht betrogen, und meine Qual ist ganz entsetzlich.'
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[7] Wo ist ein solcher Mann wie Job, der Lästerung wie Wasser trinkt
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[8] und der Gemeinschaft hat mit Übeltätern, mit Frevlern Umgang?
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[9] Er spricht: 'Der Mann hat nichts davon, wenn er mit Gott in Freundschaft lebt.'
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[10] Drum hört mir zu, ihr klugen Leute! Fern sei's, daß Frevel Gott begeht und Unrecht der Allmächtige!
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[11] Nein, nur des Menschen Tun vergilt er ihm, und nach des Mannes Wandel läßt er's ihm ergehen.
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[12] Wahrhaftig, Gott handelt nicht ungerecht, und der Allmächtige beugt nicht das Recht.
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[13] Wem nur auf Erden hat er aufgetragen, wem aufgebürdet irgendeinen Teil der Welt?
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[14] Wenn er auf sich nur achtete und seinen Geist und Odem an sich zöge,
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[15] verginge alles Fleisch zumal; zu Staube würde dann der Mensch.
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[16] Hast du Verstand, dann höre dies, leih meiner Worte Laut dein Ohr!
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[17] Kann denn in Milde, wer das Recht haßt, herrschen? Willst du ihn denn beschuldigen, er sei zu sehr gerecht?
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[18] Ihn, der zu einem König sprechen kann: 'Verworfener!', 'Du Frevler!' zu dem Vornehmen,
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[19] der nicht Partei für Fürsten nimmt und nicht bevorzugt Reiche vor den Armen. Sie alle sind ja seiner Hände Werk.
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[20] In einem Augenblicke sterben sie, und mitten in der Nacht wird aufgestört ein Volk und muß davon; Tyrannen setzt man ohne alles Zutun ab.
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[21] Auf eines jeden Weg hinblicken seine Augen, und er sieht eines jeden Schritte.
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[22] Nicht Finsternis, nicht Dunkel ist, wo sich die Übeltäter bergen könnten.
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[23] Denn er bestimmt, daß vor Gericht man nicht vor einem Menschen, vielmehr vor Gott erscheinen muß.
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[24] Er kann die Mächtigen zerschmettern ohne lange Untersuchung; an ihre Stelle setzt er andere.
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[25] Weil er sie unterscheiden kann von ihren Sklaven, drum stürzt er selbst sie mitten in der Nacht, daß sie vernichtet werden.
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[26] Er geißelt sie wie Missetäter vor aller Augen,
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[27] weil sie von ihm gewichen, auf keinen seiner Wege Rücksicht nehmen.
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[28] Sie lassen das Geschrei des Armen zu ihm kommen, daß er der Elenden Geschrei vernehmen muß.
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[29] Und ruht er einmal aus, wer möchte dies verdammen? Wenn er das Antlitz birgt, wer sieht ihn dann? Er ordnet an bei einem andern Volke und bei andern Leuten,
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[30] daß nicht ein frevelhafter Mensch darüber herrsche, daß der Zerstreuung nicht ein Volk verfalle.
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[31] So sollte man zu Gott wohl sagen: 'Ich trage es und will nicht irre werden.
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[32] Belehre Du mich über das, was ich nicht sehe! Und tat ich Böses, will ich's nimmer tun!'
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[33] Soll etwa er nach deinem Sinn vergelten, weil da das 'Wähle du, nicht ich' so hassest, und du weißt selbst nicht das geringste?
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[34] Mir werden kluge Leute sagen und weise Männer, die mich hören:
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[35] 'Ganz, ohne Einsicht redet Job, und seinen Worten fehlt die Überlegung.'
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[36] Als Muster wird sich Job für alle Zeit bewähren bei Schlechten wegen seiner Art zu folgern.
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[37] Zu seiner schlechten Aufführung fügt er noch einen Frevel; auf uns hier schlägt er ein und redet Freches wider Gott."